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Lippe  unter   Militär“bischof“  Dutzmann

Nach 14 Landessuperintendenten seit 1800 bzw.
nach 32 seit der Reformation haben wir jetzt den

Ersten Lippischen Bischof und Landespapst!

(...schnell auf die Knie, Pänz, de Papst Dutzmann kütt om de Eck...)

Über den Willen zur Macht und die Unfähigkeit und
den fehlenden Respekt vor unserer (lippischen) Geschichte.

- Meine Meinung -

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Die Lippische Landeskirche hat sich in den letzten Jahren seit dem Amtsantritt von Dr. Dutzmann in ihrem Inneren dramatisch verändert.

Als Sohn eines alten langgedienten lippischen Pastors (Otto Mengedoht) habe ich die lippische Kirche sozusagen von innen kennengelernt. Das waren positive Erfahrungen, typisch reformiert, geprägt von nachdenklicher Diskussionsbereitschaft, freundlicher kollegialer Demut & Unterstützung sowie dem erkennbaren Willen zu sachlichem und konzentriertem Handeln.

In besonders hervorragender Weise wurde diese gute Tradition durch Herrn Landessuperintendent Dr. Noltensmeier fortgeführt. Seine Art des konzentrierten Mitdenkens und gemeinsamen Nachdenkens war genau das, was die Lipper vom obersten Mitarbeiter der Landeskirche erwarten dürfen und traditionell kannten.

Im Vergleich dazu ist nun - das ist für mich aus allen Berichten aus Lippe eindeutig zu entnehmen - "unter" Herrn Militär“bischof“ Dr. Dutzmann ein scharfer Stilwechsel in der kirchlichen "Führung“ eingetreten.

Hierzu ein Brief eines Namenträgers einer anderen genauso alten und bescheidenen urlippischen Familie, Rainer Kluckhuhn, der wegen Dutzmann vor zwei Jahren aus der Landeskirche ausgetreten ist ( http://www.kluckhuhn.eu/13.html).
Darin zu lesen: "Mit der Ernennung von Landessuperintendent Dr. Dutzmann zum Militärbischof  ist für mich der Entscheidungspunkt erreicht. Ich kann nicht mehr folgen.  ....
Jetzt scheint sich auch in Lippe die Huber-Linie durchgesetzt zu haben. .....  Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ sind beiseite gelegt.  Unsere Oberen sind Funktionäre der Kircheninstitution geworden. ......"

Ja, so ist es wohl. Seit Dutzmanns Amtsübernahme wird Kompetenz und Inhalt
durch schnöde Arroganz und Machtdemonstration von oben ersetzt.

Diese Karikatur passt (von Chr. B. Born, Freiburg, Darstellung per direktem Link auf die Karikaturdatei):

Rainer Kluckhuhn hat es wohl als einer der ersten öffentlich formuliert und erkannt!

Nebenbei: die Friedensbewegten unter den lippischen Reformierten, die vor Dutzmann ein geschätzer Bestandteil ganz besonders gerade in der Lippischen Kirche waren, sind schlicht weg, suchen andernorts außerhalb der Landeskirchlichen Strukturen nach Heimat und Orientierung und Gemeinsamkeit (so wie z.B. Rainer Kluckhuhn auch) .

Die vertragliche Hauptaufgabe des Herrn Dr. Dutzmann, seine Arbeit für Lippe, wird inzwischen durch das Militär“bischofs“amt vollständig dominiert und überdeckt.
Die reformierten Strukturen in Lippe, so z. B. die Respektierung der verfassungsgemäßen Rolle der Klassentage, wird durch sein reales Handeln infrage gestellt und beschädigt.

In einem Interview in „die reformierten“ im Sommer 2008 anwortete Herr Dutzmann auf Fragen von Herrn Jörg Schmidt:
Mein Eindruck ist: Sie gehen bei Ihren (...) Fragen davon aus, dass das „Amt Militärbischof“ das „Reformierte“ prägt, wenn nicht in Frage stellt oder verdeckt.

Ja – Jörg Schmidt hatte Recht – jetzt zwei Jahre später kann man eindeutig sagen: genauso ist es gekommen!
(Siehe Seite 6 in „das reformierte quartalsmagazin – herausgegeben im auftrag des reformierten bundes – 8. jahrgang 2008, nr. 2 – juni 2008“)

 

Es geht eben nicht mehr um das Inhaltliche.

Fast jeden Tag findet Herr Dutzmann einen Anlass zu einer bundesweit rezipierten wohlformulierten Stellungnahme des Herrn Evangelischen Militärbischof.

Bei seinem hochtourigen Maximalengagement in der öffentlichen Darstellung des Militärbischofsamtes bleibt ihm wohl keine Zeit mehr dazu, sorgfältig und nachdenklich bei Aufgaben und Problemen in Lippe, oder aber gar in den Gemeinden nachhaltig mitzudenken und mitzudiskutieren.

Statt nachdenklicher schlichtender sachlicher Diskussion wird „unter“ ihm zu oft die vorschnelle Niederschlagung versucht.
Es wird per vorschnellem Diktat, unter Reklamierung formaler Hierarchie und hartem Urteil „durch-regiert“.

Also nochmal:
Es geht nicht mehr um das Tragende und Inhaltliche. Es geht ihm auch nicht um Lippe. Nicht um die Lippische reformierte Identität. Das war mal. Jedenfalls seinem Handeln nach:

Es geht nur um seinen Aufstieg – auf Bundesebene...
Reine Absichten, das Wahre und Gute, das lebt die menschliche Spezies nicht am Arbeitsplatz aus. Hier herrscht Wettbewerb und bisweilen auch (Änderung KLM: blendend und schön kaschiert) das Gesetz des Dschungels.“

In einem solchen Macht-Dschungel sind die Nachdenklichen schon immer die Verlierer gewesen – so erweist es sich hier in Lippe jetzt auch.
Kompetenz haben kann jetzt gefährlich sein:
„Auch mit Kompetenz kann man nicht immer überzeugen (Anm. KLM: oder gegenhalten). „Im Gegenteil“, sagt Weidner, „Machtspieler werden versuchen, gerade kompetente Leute klein zu halten (erg. KLM: = fertig zu machen!!!).““ (siehe Margarete Hucht in http://www.faz.net/s/RubC04145822B794FD59CBBC4D2C39CF75A/Doc~E020CA5D24744470888124DA81A81086A~ATpl~Ecommon~Scontent.html).

Diese Art Dschungelleben hat jetzt auch ein neues Biotop in Lippe: einige haben lauthals angefangen zu lachen, anderen ist das Lachen direkt vergangen, als ich Ihnen das hier Nachfolgende (Dutzmann über Dutzmann) vorgelesen habe - der selbstformulierte Anspruch von Herrn Dutzmann über seine Arbeit in Lippe:

Kirchliche Leitung zeichne sich aus durch gegenseitige Anerkennung, durch Transparenz, durch ein konsequentes Delegieren an die jeweils Befähigten sowie durch das Streben nach Einmütigkeit in den Entscheidungen. Dafür könne es nicht eine einzige Leitungsstruktur geben, diese dürfe vielmehr „in unterschiedlichen Kontexten ein unterschiedliches Gesicht ... haben" (http://www.reformiert-info.de/4387-0-0-20.html).

Es gibt inzwischen Leute, die gesagt haben, daß sie ihm jederzeit „kernige“ egomanische Machtdemonstration zutrauen wie z.B. so einen (für die reformierte Seele undenkbaren und zutiefst beileidigenden) Satz:
„... was im Protokoll steht, das bestimme i c h, ich!!!“.

Meines Erachtens ist Herr Dutzmann nach dem Peter-Prinzip an der Stufe seiner Inkompetenz angekommen, jedenfalls gemessen an Lippischen reformierten Ansprüchen und gemessen an der realen inhaltlichen Qualität seiner Amtsvorgänger:
In ausreichender Zeit steigt in einer ausreichend komplexen Hierarchie jeder Beschäftigte bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit auf.“ (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip )


Er ist jetzt mit Null-Behördenvorerfahrung „an die Spitze“ gleich zweier Behörden aufgestiegen. Von den beiden ist das Militärbischofsamt in Berlin sogar die größere Einrichtung, aber Dutzmann hatte noch nie vorher Behördenleitungserfahrung (die Superintendentur vorher beinhaltete keinerlei Behördenleitungskompetenz).
Er ist also „Anfänger“ in dieser Anforderungsliga. Typische Fehler in „vermeintlichen“ Chefpositionen sind, je nach dem wie das Gegenüber eingeschäzt wird, entweder den großen sanften windelweichen einwicklenden Charmeur zu mimen oder aber kräftig zu holzen, abzukanzeln und ordentlich feste draufzuhauen.

Als Fehlverhaltensgefahr gilt auch für Herrn Dutzmann, was ich heute zufällig über unerfahrene Bundeswehr-Offziere las:
"Ein anderer Bataillonskommandeur bemerkte, dass unerfahrene Ausbilder erst lernen müssten, mit der ihnen übertragenen Machtfülle vernünftig umzugehen. Die Rekruten selbst bestätigten diese Einschätzung und rügten die fachliche Inkompetenz einzelner Ausbilder und die Neigung insbesondere junger Offizieranwärter,
---> ihre Unfähigkeit und Unerfahrenheit durch flotte Sprüche und überzogene Härte, aber auch durch ungerechtes Verhalten und Beleidigungen zu überspielen.
"



Verheerende Konflikteskalationen folgen solchen Verhaltensweisen.


So auch hier in Lippe.

Lesen Sie, was sich z.B. in der Gemeinde Schlangen abspielt...

Lesen Sie sorgfältig, da schreibt ihm ein Gemeindemitglied:
“...es ist für mich schon erstaunlich, wie schnell Sie zum Rücktritt von Bischöfin Margot Käßmann eine Stellungnahme auf der Homepage der Lippischen Landeskirche veröffentlichen (http://tinyurl.com/yzjl2zu). Viele, viele Mitglieder der Kirchengemeinde Schlangen warten indes seit Monaten vergebens auf eine Stellungnahme oder gar ein Lebenszeichen von Ihnen hinsichtlich der massiven Probleme in der Kirchengemeinde Schlangen.“
"All das, was im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Frau Käßmann nun diskutiert wird, lassen Sie, die Lippische Landeskirche und die Schlänger Kirchengemeinde vermissen. „Menschliche Größe“, „Rücktritt“, „Respekt“.
... Henning Schwarze"

siehe http://henningschwarze.posterous.com/stellungnahme-der-lippischen-landeskirche-ekg
Mehr dazu: http://henningschwarze.posterous.com/tag/kirchenskandal

Dieses Schreiben (wie viele andere Schreiben aus Schlangen) an Herrn Dutzmann und den Landeskirchenrat wurden übrigens nicht beantwortet.

Nur in einigen wenigen Fällen kamen ein- bis zwei-zeilige erstaunlich blutleer inhaltslose und wie befohlen wirkende sprechpuppenartig formulierte Antwortschreiben von Herrn Präses Stadermann anstatt von Herrn Dutzmann selbst (....denn der ist ja ständig außerhalb Lippes im wortgewaltigen Dauereinsatz...).

So ein bedeutender Kirchenpabst wie er antwortet eben nicht mehr selbst, sondern er lässt natürlich – dann aber auch noch arrogant inhaltsleer und gegenstandsfrei – antworten. Auch ich bekam auf ein inhaltlich tiefergehendes Schreiben an Herrn Dutzmann nur einen 1,5-Zeiler von Herrn Präses Stadermann als Reaktion - auch absolut inhaltsleer.

Ebenso ist das o.g. Schreiben aus 2008 von Rainer Kluckhuhn (lt. Mail von Herrn Kluckhuhn vom Juni 2010) bis heute durch die Landeskirche bzw. Herrn Dutzmann auch nicht beantwortet worden, nicht  mal mit einem 1,5-Zeiler.

Nun, der hohe Herr hat eben keine Zeit für solche albernen lippischen Kinkerlitzchen....

 

Das war ihm wohl schon direkt nach der Ernennung zum Militär“bischof“ klar, denn im oben schon erwähnten Interview in antwortet er auf die Frage von Herrn Jörg Schmidt:

....."Wie können Sie den zusätzlichen Belastungen (des Nebenamtes Militär“bischof“) standhalten?"
Dutzmann: "Indem ich die mir angebotene Unterstützung durch das Evangelische Kirchenamt für die Bundeswehr, durch die beiden Kirchenräte im Lippischen Landeskirchenamt (...) annehme"
(siehe Seite 6 in „das reformierte quartalsmagazin – herausgegeben im auftrag des reformierten bundes – 8. jahrgang 2008, nr. 2 – juni 2008 )."

So so.
Das hat er ja wirklich offenherzig formuliert:
er hat also gleich, schon damals in 2008 außer seiner eigenen Arbeitskapazität auch noch Arbeitskapazität der beiden lippischen Kirchenräte für die Bewältigung seines Nebenamtes eingeplant.

Ich denke, daß aus allem vorhergehenden deutlich geworden ist, daß mir hinsichtlich der inhaltlichen Wirkung von Herrn Dutzmann auf die Lippische Landeskirche sowieso zum Heulen ist – wie einem aus der Heimat Vertriebenem.

Aber an diesem Punkt packt mich momenteweise dann doch so richtig die Wut:
hinsichtlich der Dreistigkeit, mit der Herr Dutzmann die Arbeitskapazität zweier hochbezahlter Spitzenämter in der kleinen, vergleichsweise armen, zur absoluten Sparsamkeit gezwungenen Lippischen Kirche für die Zwecke seines Nebenamtes eingeplant hat.

Hier fehlt es m.E. absolut an der notwendigen formalen und realen Trennung der Tätigkeiten.
M.E. handelt es sich nach der oben zitierten Äußerung um die im vorhinein geplante Veruntreuung lippischer Kirchensteuergelder, denn:

Niemand aus Lippe hat ihn gebeten oder beauftragt, dieses Nebenamt anzunehmen. Niemand in Lippe hatte überhaupt auch nur damit gerechnet, daß er sich ein solches Amt quasi direkt nach seiner Ankunft hier bei uns in Lippe suchen würde. Hier gibt’s auch so genug zu tun.

Übrigens: die Übernahme des Militär"bischofs"amtes erfolgte ohne die erforderliche vorherige Anhörung der Synode - diese wurde von Herrn Dutzmann in 2008 einfach vor die Tatsachen gestellt,  m.E. ein formalrechtlich wie auch für das reformierte Wesen bedenklicher, peinlicher Vorgang.

Zusammenfassend:

Ich sehe in dem von Herrn Landessuperintendent Dutzmann zusätzlich extern ausgeübten Amt des Militär“bischofs“ ausdrücklich keine Entschuldigung für seine nach meiner Wahrnehmung ungedeihliche und unkonzentrierte Amtsführung hier in Lippe.

Das Gegenteil ist richtig: Durch sein (von vielen Lippern mir gegenüber sehr kritisch angesehenes) zusätzliches Militär"bischofs"amt kann Herr Dutzmann - im Unterschied zu seinen Vorgängern - schon formal, aber eben auch real zeitlich nicht mehr den Leistungsumfang erbringen, zu dem er sich aber durch die Annahme des für Lippe äußerst wichtigen Amtes des Landessuperintendenten den Lippern gegenüber eindeutig verpflichtet hatte.

Ein zentrales Thema der kommenden Synode muss es sein, hinsichtlich des Tätigkeitsbereichs von Herrn Dutzmann wieder zukunftsfähige, ganz und gar eindeutig zweifelsfreie Verhältnisse herzustellen.

Dr. med. Klaus Mengedoht

Sohn von Otto und Liesel Mengedoht aus Meinberg, früher Schieder, vorher Blomberg.

 

Aktueller Nachtrag vom 16. Juni 2010 - 20h:
Hinsichtlich der Arbeitsqualitäten von Herrn Dutzmann war  für mich
ein ganz aktueller Aufsatz von Frau Prof. Dr. Kittel sehr spannend zu lesen,
der das Verhalten der Lippischen Kirchenleitung im Konfliktfall der Gemeinde Schlangen analysiert.
Dieser Aufsatz soll am 18. Juni 2010 bundesweit im Deutschen Pfarrerblatt erscheinen.

Hier sie finden die Datei:
http://www.mengedoht.de/lippischelandeskirche/prof_kittel_pfarrerblatt_stationen_eines_kesseltreibens.pdf


Nachtrag / nebenbei gefunden...:

"Kirchen machen Kasse" unter:
http://www.bestatter.de/bdb2/pages/news/presseinformationen_details.php?id=89
http://www.bestatter.de/bdb2/pages/news/presseinformationen_archiv.php?year=2001
Dort u.a. zulesen: "....auch wenn das Versagen insbesondere der
Evangelischen Kirche im seelsorgerischen Bereich dazu führt, dass immer
mehr durchaus gläubige Menschen aus der Kirche austreten und damit die
finanzielle Basis schmaler wird. Da kommt die Kirchenverwaltung ganz im
Sinne christlicher Nächstenliebe schon einmal auf den Gedanken, den
anderen das Wasser abzugraben."